P20 Passivhaus in Burgkirchen

Familie Hurm-Seide

Burgkirchen 23.03.2011

Jetzt haben wir also schon den 2 Winter überlebt. Keine Frostbeulen, keinen kalten Füße, die geschenkten Wolldecken liegen immer noch in Originalverpackung auf dem Speicher, die angebotenen alten Wintermäntel haben wir auch nicht in Anspruch genommen. Und die letzten beiden Winter waren schon von der besten Winterseite, das kann man nicht abstreiten. In unserem Haus war es immer angenehm behaglich. Oft halten wir uns im T-shirt und stumpfsocking im Haus auf. Dabei haben wir sogar noch Reserven für kalte Zeiten. Das elektrische Nachheizregister in der Zuluftleitung haben wir schon im 1.Winter abgeschaltet. Die rückgewonnene Energie durch die Wärmepumpe ist völlig ausreichend um das Haus warm zu halten. Warm bedeutet bei uns ca 22 Grad C. Dabei fühlen wir uns am wohlsten. Und wenn dann eines Tages wieder mal die Sonne schein, ja dann, dann haben wir schnell 24 - 26 Grad C im Haus und dann ist man sogar geneigt mal zu lüften. Die Lüftungsanlage versorgt uns natürlich immer mit Frischluft und das ist sehr angenehm. Morgens kein miefiges Schlafzimmer, bei dem man sofort das Fenster aufreissen will. Das ist alles vorbei. Warmes Wasser ist ständig vorhanden. Auch das schafft die Wärmepumpe in der Lüftungsanlage sehr gut. Bei dem leisen Brummen das nach dem Duschen zu vernehmen ist, schläft man gerne und zufrieden ein. Das Geräusch sagt uns: Die Wärmepumpe heizt das Wasser wieder auf und alles ist in Ordnung.

 

Sollten wir jemals wieder in den Genuß eines Hausbaus kommen. Wir würden wieder ein Passivhaus bauen.

Zuletzt geben wir noch zu, dass das Wohnen im Passivhaus ausser angenehm auch noch sehr bequem ist.

 

Technische Infos:

Das freistehende Einfamilien-Passivhaus in Holzrahmenbauweise ist nicht unterkellert und besticht durch seine Auswahl an ökologischen Bau- und Dämmstoffen.
Der kompakte Baukörper misst aussen 8,75 x 10,50 m, die Wohnfläche beträgt dabei 144 m².
Im EG befindet sich die Küche, ein geräumiger Ess- und Wohnraum, ein Haushaltsraum der die Haustechnik beinhaltet, eine Speisekammer, ein WC und die Garderobe. Über die nordseitig angeordnete Halbwendeltreppe erschließt sich das OG. Durch die großzügige Galerie mit integriertem Arbeitsplatz gelangt man in die beiden Kinderzimmer, und in das Elternschlafzimmer, sowie  in das Badezimmer mit WC.
Über die Südseite zieht sich ein filigraner Stahl-Holzbalkon, der die sommerliche Verschattung der Südfenster und -türen im EG übernimmt. Die Verschattung der Balkontüren im OG übernimmt der großzügige Dachvorsprung. Die schlanke Haustechnik reduziert sich auf ein Kompakt-Lüftungsgerät, welches zum einem die Lüftung des Hauses, und zum anderen die Warmwassererzeugung übernimmt. Der benötigte Strom wird durch eine auf dem Dach montierte PV-Anlage erzeugt, und deckt in vollen Umfang den Eigenverbrauch des Einfamilienhauses.
Im direkten Anschluß an das Wohnhaus wurde eine Garagen/Carport-Kombination angebaut. Der Eingangsbereich wird durch den Carport vor Witterungseinflüssen geschützt.  

Mit einem Heizwärmebedarf von knapp 15 kWh/(m²a) und einer Heizlast von unter 10 W/m² ist dieses Haus ein reinrassiges Passivhaus, welches zudem mit einem hervorragendem Drucktestergebnis von 0,19 h-1 den Grenzwert von 0,60 h-1 mehr als erreicht hat.